El gran aprendizaje ist benannt nach Cornelius Cardews The Great Learning, komponiert in den späten 1960er-Jahren und basierend auf dem gleichnamigen konfuzianischen Text. Das Projekt begreift freie Improvisation nicht nur als musikalische oder künstlerische Praxis, sondern als Rahmen für kollektives Handeln, in dem Zuhören, Reaktionsfähigkeit, Risiko, Konflikt und Verhandlung zu Werkzeugen werden, um Formen gemeinsamen Lebens zu verwirklichen.
Vor dem Hintergrund eines wachsenden Autoritarismus in Teilen Lateinamerikas entwickelt das Projekt sein erstes Kapitel in vier Städten mit bedeutender politischer Geschichte, sozialen Bewegungen und aktiven Szenen der freien Improvisation: Medellín, Bogotá, Mexiko-Stadt und Buenos Aires.
Die Forschung soll das Verständnis improvisatorischer kultureller Ansätze in Lateinamerika vertiefen und regionale Perspektiven aus dem unmittelbaren künstlerischen Tun in ein Feld von Theorie und Praxis einbringen. Improvisation wird dabei als gemeinschaftliches Handeln verstanden – getragen von Zuhören, Verhandlung, Reziprozität und geteilter Verletzlichkeit.
Ana Ruiz Valencia ist Musikerin, Klangkünstlerin, Kuratorin und Forscherin. Sie interessiert sich für die sozialen und politischen Dimensionen von Klang und kollaborativem Musikmachen und lebt in Kolumbien.






















































































































































































