Über uns

Die Gwaertler Stiftung wurde nach einem kleinen Berg in der Schweiz benannt. Es existieren dort keine offiziellen Wanderwege. Wer ihn erklimmen will, muss selbst aktiv werden, neugierig sein und Mut zeigen, um den eigenen Weg zu finden. Eine solche Reise offenbart einzigartige, sich ständig verändernde Ausblicke: auf das bereits Zurückgelegte, auf das, was noch vor einem liegt und auf die Umwelt, deren Anblick sich mit jedem Schritt verändert. So kann sich ein Bewusstsein entwickeln für die eigene Position im großen Ganzen.

Die 2013 von Künstler:innen gegründete Gwaertler Stiftung entwickelte sich aus einem tiefen Verständnis dafür, wie künstlerische Arbeit entsteht. Selten verläuft sie auf vorhersehbaren Wegen, und oft fehlt genau dann Unterstützung, wenn sie am nötigsten wäre. Deshalb fördern wir Projekte in ihren unsicheren, formativen Phasen – und setzen uns für Praktiken ein, die künstlerisches Leben auch jenseits institutioneller Strukturen ermöglichen.

Im Laufe der Zeit ist die Stiftung in Umfang, geografischer Reichweite und künstlerischem Spektrum gewachsen. Zwischen 2014 und 2025 wurden mehr als 600 Künstler:innen, Kollektive, Kulturräume und unabhängige Initiativen gefördert – in der Schweiz genauso wie international, in Europa, dem Nahen Osten, Afrika, Asien, Amerika und Ozeanien. Gefördert wurden Projekte aus bildender Kunst, Film, Klang- und experimenteller Musik, Performance, Choreografie und Publikationswesen, außerdem sozial engagierte Praktiken sowie Arbeiten, die sich zwischen etablierten Disziplinen bewegen.

Unsere Förderung umfasst Stipendien für Projekte in ihren frühen Phasen, Forschungsprogramme, die gemeinsam mit Kollektiven in und mit ihren Gemeinschaften entwickelt werden, sowie Residenzen mit Partnerinstitutionen. Im Zentrum steht für uns eine experimentelle, interdisziplinäre und prozessorientierte Arbeit - Praktiken, die neue Perspektiven eröffnen – und dafür eigene, einzigartige Wege finden. Oft entstehen sie durch Künstler:innen, deren Unabhängigkeit und Erfindungsreichtum sie außerhalb konventioneller Förderkategorien positionieren.

Wir sind davon überzeugt, dass diese Art von Kunst notwendig ist, damit das kulturelle Leben vielfältig, beständig und stets im Wandel bleibt. Wir verstehen künstlerische Förderung als gesellschaftliches Engagement, das Raum schafft für neue Formen von Wissen und Erfahrung und dafür, dass diese unterschiedliche Öffentlichkeiten erreichen.