Das Projekt stützt sich auf ein wenig bekanntes Archiv: Aufnahmen von Protesten und Solidaritätsbekundungen, gefilmt von ehemaligen jugoslawischen Wochenschaukameramännern während der Dekolonisierung Afrikas und des Aufstiegs der Bewegung der Blockfreien Staaten. Deren erster Gipfel fand 1961 in Belgrad statt und begründete eine dichte Infrastruktur der Solidarität zwischen Jugoslawien und neu unabhängigen Staaten wie Tansania – auch im Filmbereich.
Diese Recherche bildet die erste Phase einer neuen Zwei-Kanal-Videoinstallation. Sie beginnt mit der Sichtung, Digitalisierung und Aufbereitung tansanischen Archivmaterials sowie einem Workshop für Stummfilmvorführungen in Daressalam, der Künstler:innen, Forschende, Archivar:innen, Filmemacher:innen und Menschen zusammenbringt, deren Lebensgeschichten mit dem tansanischen Sozialismus, den Befreiungsbewegungen und dem Internationalismus der Blockfreien Staaten verknüpft sind.
Der Zugang zu diesem Filmmaterial ist zeitkritisch: Das Archiv ist fragil, unzureichend katalogisiert und nur teilweise zugänglich. Zudem jährt sich 2027 zum sechzigsten Mal die Arusha-Deklaration – Julius Nyereres Grundsatzprogramm zu Sozialismus und Eigenständigkeit –, was dieser Geschichte in Tansania voraussichtlich neue Aufmerksamkeit verschaffen wird.
Mila Turajlić ist eine in Belgrad (Jugoslawien) geborene Dokumentarfilmerin, bildende Künstlerin und Archivforscherin.















































































































































































