Geografische Gebiete, die dauerhaft von kapitalistischem Fortschritt gezeichnet sind, werden als ‚Opferzonen‘ (Sacrifice Zones) bezeichnet. Die dortigen Schäden sind nicht bloß Kollateralschäden, sondern strukturell bedingt: Während einige Orte von Dienstleistungen und Wohlstand profitieren, tragen andere Zonen die Lasten. Eine solche Zone im Umland von Mexiko-Stadt ist geprägt von der Gewinnung von Baumaterialien, Giftmülldeponien und riesigen Infrastrukturprojekten.
Als Reaktion darauf haben sich lokale Gemeinden zum Netzwerk Red de Cuencas Norte del Valle de México y Sur del Valle del Mezquital zusammengeschlossen. Es kämpft gegen die Wasserverschmutzung durch den Gran Canal del Desagüe – ein Problem, das seinen Ursprung in der Trockenlegung des einstigen Seesystems hat, auf dem Tenochtitlán errichtet worden war.
Das Projekt untersucht, welche Faktoren darüber entscheiden, welche Gebiete und Bevölkerungsgruppen als entbehrlich erachtet werden, und wie alternative Beziehungen zwischen Städten und ihrem Umland aussehen könnten. Während präkolumbische Opfergaben dazu dienten, die Götter zu besänftigen und die kosmische Ordnung zu wahren, stellt sich die Frage, wie sich diese Logik zu den eigenen Opferstrategien des Kapitalismus verhält.
Elena Pardo ist bildende Künstlerin sowie Dokumentar-, Experimental- und Animationsfilmerin. Sie lebt in Mexiko-Stadt.
















































































































































































