L’in-ouï ist ein filmisches Forschungsprojekt von Narimane Mari, das koloniale Brüche und postkoloniale Imaginationen über die Sprache der Oralität untersucht. In Auseinandersetzung mit Édouard Glissant und Léon Gontran Damas verhandelt das Projekt das ‚Desaster‘ des französischen Kolonialafrikas: fragmentierte Landschaften, aufgezwungene Sprache und zum Schweigen gebrachte Stimmen. Ausgehend von Frankreich erkundet Mari, wie Afrika betrachtet, imaginiert und missverstanden wird, indem sie überhörte Erzählungen sammelt, die sich nicht in schriftlicher Geschichtsschreibung, sondern durch Sprache, Rhythmus und Klang fortschreiben. Der Film entfaltet sich auf zwei Ebenen: einer visuellen, die zwischen dokumentarischen, theatralen und halluzinatorischen Formen oszilliert, und einer autonomen Klangkomposition, die in Prosodie und mündlicher Tradition verankert ist. L’in-ouï verweigert lineare Chronologien und sucht Begegnung statt Erklärung. Der Film versteht Kino als Raum der Resonanz, der Gegenseitigkeit und der gemeinsamen Erfahrung.
Narimane Mari ist eine französisch-algerische Filmemacherin und Produzentin. Ihre genreübergreifenden Arbeiten wurden unter anderem auf der documenta 14, im MoMA, beim Locarno Film Festival, beim FID Marseille sowie auf zahlreichen internationalen Festivals gezeigt.















































































































































