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Chnächt-Scheune

Sandra Knecht ist eine bildende Künstlerin, deren Arbeit sich zwischen Performance, bildender Kunst und Kochkunst bewegt. Sie hat ihren Master in Freier Kunst absolviert und ist nach der Arbeit als Sozialpädagogin und Regisseurin als Dozentin am Institut für Ästhetische Praxis an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Basel tätig. Ihr besonderes Interesse gilt den Begriffen der Heimat und der Identität und der Frage, wie diese in Kunst und Kulinarik verortet und gebildet werden können. Die Chnächt-Scheune, eine originalgetreu wiederaufgebaute Scheune aus den 30-er Jahren, ist Zentrum dieser Fragen und ein Ort des Experimentierens rund um Kunst und Küche.

Die Chnächt-Scheune ist ein Projekt, dass Sandra Knecht 2015 in Basel eröffnete und sich seitdem als Raum der Kunst ebenso wie der Gastronomie im Raum Basel versteht. Kochen wird hier zum Verhandeln von Identität. Nach den ersten erfolgreichen Jahren benötigte die Chächt-Scheune Verbesserungen und Ausbau. Die Gwärtler Stiftung hat hierfür die Kosten für die Malereien der Künstlerin Maja Hürst, die die Außenfassade der Scheune zieren, für den Ausbau des Außenbereichs und des ersten Stocks der Scheune und für die Anschaffung von Kochinventar unterstütz. Hierdurch konnte die Zukunft der Chnächt-Scheune gesichert werden und das vielfältige Programm unter anderem für und mit Produzent*innen, Student*innen und Geflüchteten weiterentwickeln werden.

 

 

 

 

Lutherie

Luís Limón ist ein spanischer Violinist und Geigenbauer. Fasziniert von den physikalischen und akustischen Eigenschaften der Instrumente, entschied sich der Musiker nach seinem Studium der Violine und der Kammermusik im Jahr 2001 selbst Violinen zu bauen. Seine autodidaktischen Fähigkeiten und renommierte Lehrer aus Spanien und den USA ermöglichten es ihm, das Handwerk zu erlernen und in Synergie mit seiner musikalischen Ausbildung außergewöhnliche Streichinstrumente zu schaffen.

In seinem Projekt „Lutherie“ möchte Luís Lemón diese Tradition weitergeben und innerhalb eines sechsmonatigen Workshops erwerbslosen Menschen die Möglichkeit bieten, die Kunst des Geigenbaus zu erlernen. Der Workshop findet in La Cardenchosa, einer kleinen Stadt im infrastrukturell geschwächten Gebiet Córdoba im Süden Spaniens statt und unterstützt somit nicht nur das Handwerk des Geigenbauers und die einzelnen Workshop-Teilnehmer, sondern auch die Region, indem die Etablierung dieses speziellen Handwerks ein mögliches wirtschaftliches Alleinstellungsmerkmal für die Region darstellt.

 

 

 

Trugschluss

Trugschluss ist ein Zusammenschluss bestehend aus fünf jungen Münchner Kulturschaffenden. Mia Huppert, Julian Kämper, Alexander Richard, Johanne Weißgerber und Nikolaus Witty haben sich zum Ziel gesetzt, außerhalb etablierter Konzertsituationen Konzerte zu veranstalten, die sich einem breiten Publikum öffnen und jungen Komponist*innen, Musiker*innen und Künslter*innen Raum für experimentelle Formate bieten. Zentral hierfür sind außergewöhnliche Spielorte ebenso wie das Verständnis des Konzerts als ein soziales Erlebnis.

In den drei von der Gwärtler Stiftung geförderten Konzerten wurde eine große Bandbreite an musikalischer und künstlerischer dargeboten. So würde neben einem Liederabend, der „Nach den Regeln der Kunst“ die Grenzen seines eigenen Genres auslotete auch ein Werkstattrave veranstaltet, der mit Bild und Ton den Alltag in der PWX Werkstatthalle in München aufgriff und in ein Raumporträt verarbeitete. Im dritten Konzert wird in der Kultur-Gaststätte „Import Export“ eine einwöchige akustische Rauminstallation die Geräusche an der Bar in eine interaktive und irritierende Soundinstallation verwandeln.

 

 

 

„Als blickte ich in ein Feenland“

Sandra Walser lebt in Zürich und ist eine Publizistin, Fotografin und Historikerin. Neben ihrer Arbeit im Bereich Kulturmanagement, geht Sandra Walser als Polarführerin ihrer langjährigen Faszination für die Arktis und Antarktis nach. Ihr besonderes Interesse liegt hierbei in den von Eis, Schnee, Wasser, Wind und Feuer geprägten Landschaften, Tieren, Pflanzen und Menschen ebenso wie einem nachhaltigen Umgang mit den Polargebieten.

„Als blickte ich in ein Feenland“ ist Sandra Walsers Buchprojekt (das Buch trägt jetzt den Titel "Auf Nordland Fahrt"), welches auf Basis eines Reisetagebuchs von Hans Beat Wieland und seiner Erfahrungen einen umfassenden literarischen Überblick über das arktische Gebiet Spitzbergen liefert. In dieser kultur- und sozialgeschichtlichen Sachliteratur verarbeitet die Autorin die Themen des Reisens, Naturerlebens und Entdeckens in anschaulicher Weise und gibt neue Impulse für interessierte Leser*innen ebenso wie sie die Lücke fehlender deutschsprachiger Literatur über das arktische Archipel zu schließen vermag. Die Gwärtler Stiftung hat durch ihre Unterstützung maßgeblich an der Ermöglichung dieses außergewöhnlichen Buchprojekts beitragen können.

 

 

 

Pléiades

DeciBells ist ein Musikensemble, das sich moderner Musik und zeitgenössischer Komposition verschrieben hat. Die in Basel ansässige Gruppe, bestehend aus Domenico Melchiorre, David Gurtner, Robin Fourmeau, Siegfried Kutterer, Adrian Romaniuc und Szilard Buti, hat bereits Tourneen in Europa und Asien gespielt. Ihre Mitglieder sind Preisträger von Wettbewerben wie dem „Schweizer Perkussionisten Wettbewerb“ und haben bereits mit international renommierten Musikern wie Pierre Boulez kollaboriert.

Das Projekt „Pléiades“ hat zum Ziel, die gleichnamige Komposition von Iannis Xenakis in Basel zur Aufführung zu bringen. Das 1978 komponierte Stück für sechs glockenartie Eisen-Instrumente, genannt „Six-Xen“, verhandelt die Grenzen der Wahrnehmung von Einzelereignis und dem Konzert als Ganzes. Es ist in einer Art komponiert, dass das Stück mit der Zeit für den Zuhörer zu einer Summe von Klängen verschmilzt und diesen regelrecht hypnotisiert. Durch die Förderung der Gwärtler Stiftung konnte das Konzert im Innenhof der alten Messe in Basel realisiert und die für das Werk eigens vom Perkussionisten und Instrumentenbauer Domenico Melchiorre entwickelten Instrumente uraufgeführt werden.

 

 

 

Open Music Space

Beryll Ryder wuchs in London und später auf einem Bauernhof in der Schweiz auf. Die in Bern ansässige Tontechnikerin hat nach ihrem Volontariat im Jahr 2015 auf der Insel Samos in Griechenland entschlossen, langfristige Hilfe für Geflüchtete in Griechenland leisten zu wollen.

„Open Music Space“ ist die Idee eines kollektiv geführten Lokals, das mit musikalischen Projekten wie Open Mic Abenden, Musik- und Technik Workshops und Konzerten einen kulturellen Treffpunkt für Geflüchtete bietet. Durch eine enge Einbindung der Stadtgemeinschaft und der Geflüchteten vor Ort soll ein bedürfnisorientiertes und selbstfinanziertes kulturelles Zentrum entstehen, das den ansässigen durch ihre Herkunft benachteiligten Menschen kostenlose kulturelle Vielfalt in ihrem Alltag ermöglicht und Perspektiven eröffnet.