REQUIEM FOR ARCHITECTURE

HALLO: Festspiele Elbphilharmonie, 2019
Musik
2019
Hamburg (D)

Daniel Dominguez Teruel

Requiem for Architecture ist die dritte Episode der Musiktheaterserie Diarya of a Pigeon von Daniel Dominguez Teruel und kam in der Elbphilharmonie im Rahmen der HALLO: Festspiele und des 4. Internationalen Musikfest Hamburg zur Uraufführung. Durch verschiedene Kompositionstechniken transformierte er die deutsche Nationalhymne zu einer Art Trauermarsch. Dabei gurrte neben der Opernsängerin Jessica Gadani auch das Publikum die Hymne. Auf dem Vorplatz der Elbphilharmonie wurde eine überdimensional aufblasbare Taube installiert, die für 7 Tage 24h den Platz besetzte. 

 

Die Elbphilharmonie ähnelt steilen Küstenfelswänden in besonderem Maße. Tauben werden instinktiv von ihr angezogen, um dann von einer akustischen Waffe abgestoßen zu werden; mittels eines hochfrequenten Tons werden sie von der Plaza fern gehalten. Der Mensch markiert sein Territorium als endgültige Architektur. Doch mit der Fertigstellung hat jedes noch so monumentale Bauwerk seinen Zenit erreicht und unterliegt dem natürlichen Verfallsprozess. Dominguez Teruel versteht in diesem Zusammenhang das Konzept „Nation“ als eine Art von Architektur und ferner Nationalhymnen als akustische Reviermarkierungen. Die „Trauermarsch- Hymne“ öffnet unseren Horizont und erinnert uns, viel mehr als an den Verfall, an den infiniten Prozess der Transformation, denn alles Abgeschlossene ist bereits am Tode. Die Gwärtler Stiftung unterstützte die Entwicklungsphase der Arbeit.