MOLECULAR SEX & QUANTUM POLYMORPHIC SENSIBILITIES

Molecular Sex, Videostill, Johanna Bruckner, 2020
Kunst
2020
Zürich (CH)

Johanna Bruckner

Johanna Bruckner (*1984, Wien) ist eine international ausgestellte Künstlerin. Zu ihren jüngsten und kommenden Ausstellungen, Screenings und Performances gehören das LUMA Westbau, Zürich, das Istituto Svizzero in Rom, die transmediale 2020, das Haus der Kulturen der Welt, Berlin, der Kunstraum Niederösterreich Wien, die 57. Biennale Venedig, das CAC Centre d'Art Contemporain Geneve, die Galerie EIGEN+ART Lab, Berlin, das Migros Musem für Gegenwartskunst, Zürich, den Schweizer Pavillon an der 16. Architekturbiennale Venedig, die KW, Institut für Zeitgenössische Kunst, Berlin, die Villa Croce, Museum für Gegenwartskunst, Genua; dem Kunsthaus Hamburg; dem Kunstverein Harburger Bahnhof und der Manifesta 11, Zürich. Bruckner war für ein Stipendium an der Harvard University nominiert, war Fellow am Schweizerischen Institut in Rom und ist derzeit Fellow an der Jan Van Eyck Academie.

 

Die Zukunft wird oft als Zusammenbruch des Menschlichen geschildert. Demgegenüber betrachtet Johanna Bruckner die Hybridisierung von Menschlichem und Nichtmenschlichem als Quelle einer Unbestimmtheit und generellen Grenzüberschreitung des Seins. Ihre Videoinstallation entwirft eine von Molekularisierung und Vernetzung geprägte Welt der Verstrickungen zwischen Mensch, Tier, Technologie, Sex und Atmosphäre. Die fluide Hauptfigur, ein fiktiver Sex-Bot, führt Plastik als chemische Substanz zum Manipulieren biologischen Lebens vor. Sie entstellt in Darbietungen als Schlangenstern (ein Meerestier) oder als nanotechnische Wesen nicht nur den Liebesakt, sondern auch das Geschlecht. Mittels technischer Prothesen hat Bruckner versucht, die Wahrnehmungsbezüge und -muster, anhand derer Subjekte die Welt verstehen, zu erweitern und die Grenzen des Wahrnehmungsapparates herauszufordern. Auf der Basis dieser Recherchen soll gezeigt werden, welche Zugänge Kunst eröffnen kann, wenn es um Veränderungen unseres Lebens durch Technologie geht. Und wie Kunst uns im Zugang zu nanotechnologischen Transformationen Mitsprache gewähren kann. Sowie in unserer Co-Existenz mit der Natur, wie die Corona-Krise zeigt, soziale Teilhabe schaffen kann und neue Denkräume eröffnen kann. Die Gwärtler Stiftung hat den Entstehungsprozess unterstützt.